Altersarmut – wir machen mal nichts…

27. August 2016 - Soziales Engagement
Altersarmut – wir machen mal nichts…

Unsere Welt ist nicht perfekt. Die Not hält sich oft jenseits unserer Wahrnehmung auf.

Es gibt unzählige Studien, Statistiken, Berichte, Zahlen und Fakten über die aktuelle und kommende Altersarmut in Deutschland – ein großes gesellschaftspolitisches Problemfeld. Und keiner geht die Lösung politisch ernsthaft an. Woran liegt das?

Politiker sollen zum Wohle ihrer Bürger sozial handeln und die Angelegenheiten unseres Gemeinwesens durch verbindliche Entscheidungen regeln. Warum regelt keiner die ungleiche Mittelverteilung in unserem Land? Warum müssen Menschen, die ihr ganzes Leben gearbeitet haben, in dramatisch ansteigender Altersarmut leben? Politik kann verändern, wenn sie denn will und nicht gefangen ist.

Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen jedoch, dass die Schere zwischen arm und reich immer größer wird. Unsere Kapitäne geben das Geld gefühlt für andere Dinge aus. Sie retten Banken und Staaten, bauen mit Steuergeldern unfassbar hochpreisige Flughäfen und Philharmonien und kaufen gigantisch teure Rüstungsgüter. Sie schaffen langfristig hohe Kosten für Jahrzehnte dauernde Integrationsprojekte und geben viel Geld für Projekte im In- und Ausland aus, deren Akzeptanz dem Volk oder einem von Altersarmut Betroffenen nur schwer zu vermitteln sind. Und trotz der sehr guten Konjunktur schaffen sie lediglich eine schwarze Null – soll heißen, keinen Euro Schuldenabbau. Wer soll das verstehen, zumal transparente Kommunikation ja nur stark eingeschränkt stattfindet. In Zeiten des Internet, der „Digital Natives“ und der kommenden Generation Z wird das nicht ewig so weitergehen. Nur hat das noch keiner im aktuellen politischen System begriffen – aber es kommt knüppeldick.

Im Gedächtnis bleiben u.a. korrupte Politik, Desinformation sowie hochnäsige und intransparente EU-Politik. Das schafft Politikmüdigkeit. Protestwähler gewinnen Oberwasser. Das politische Establishment erreicht die breite Masse der Bürger nicht mehr und die in ihren Denkmustern Gefangenen können es nicht ändern. Sie können nicht raus, aus ihrem Hamsterrad.

Irgendwann wird in Deutschland eine bis dahin unbekannte Partei an die Macht kommen. Die Gründer werden die Klaviatur des viralen Marketings und der plakativen Aussagen mit exzellenter, schon eher perfider Perfektion spielen. Die allgegenwärtige digitale Infrastruktur bildet die Grundlage für die Verbreitung der neuen Ideen. Die etablierten Parteien sind hiervon Lichtjahre entfernt. Deshalb wird diese Partei innerhalb kurzer Zeit die absolute Mehrheit erreichen und mit ihrer Politik unsere Gesellschaft gravierend verändern. Und schon sind sie plötzlich weg – die Kapitäne von heute. Lobbyisten werden einige Jahre benötigen, diesen nicht vorhersehbaren und urplötzlich auftretenden Machtapparat zu unterwandern. Es wird eine gewisse Zeit möglich sein, politische Entscheidungen zu treffen, die der Logik der neuen Machthaber folgt – ohne Kompromisse. Ein gigantischer Paukenschlag!

Es wird neue Wege der Politik und insbesondere der Kommunikation geben. Daher glaube ich, dass es so kommen wird und hoffe, dass es eine demokratische Partei mit sozialer Ausrichtung sein wird. Wenn nicht, werde ich wohl selbst eine Partei gründen müssen. Ich wünsche mir, dass die am System gescheiterten Menschen zukünftig in einem sozialen und gerechten Deutschland leben werden. In einem der reichsten Länder dieser Erde sollte dies möglich sein.

Und die vielen geschäftstüchtigen und ertragsreichen Unternehmen in Deutschland? Was unternehmen sie gegen die Altersarmut? Betriebliche Altersversorgung um den Lebensabend (für das Management) sorgenfrei zu gestalten? Oder etwa auch für die breite Masse der arbeitenden Bevölkerung? Was gibt es für Modelle, Ideen, soziale Projekte in den Unternehmen?

Ja, es gibt sie. Unternehmen, die ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst nehmen! Nicht nur Vorzeigeunternehmen wie Microsoft und Google sind sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst. Auch in den DACH-Ländern gibt es eine Vielzahl von Unternehmen, die Corporate Social Responsibility nicht als Marketingaussage ihrer Hochglanzprospekte verstehen, sondern es ernst meinen. Diese Unternehmen und Vorzeigeprojekte suchen wir. Tue Gutes und rede darüber. Wir möchten diese Projekte in unserem Blog darstellen, darüber reden, diskutieren, als Anregung oder auch Initialzündung für andere interessierte Unternehmen zur Verfügung stellen.

Den voraussichtlichen Weg der Politik habe ich skizziert. Der Weg der Unternehmen wird sicher anders sein. Die Gefahr, dass ein Startup-Unternehmen den etablierten Unternehmen nicht nur Konkurrenz macht, sondern diese kurzfristig vom Markt verdrängt, ist nicht so groß wie in der Politik. Wenn man allerdings genau hinsieht, gibt es immer mehr Newcomer, die vor wenigen Jahren keiner kannte und die kräftig an den Marktanteilen der Großen knabbern und die das Potential haben, den Markt zu erobern und neu aufzuteilen. Uber, Tesla, Spotify usw. sind Unternehmen, die innovativ und schnell sind und die die Möglichkeiten der digitalen Transformation nutzen. Hier wird es zukünftig interessante Verschiebungen geben. Interessant wird es auch sein, wie die „Neuen“ mit dem Thema Altersarmut und soziale Gerechtigkeit umgehen.

Wer möchte uns unterstützen? Es können sowohl AG-Projekte, aber auch Projekte beschrieben werden, in denen sich die AN sozial engagieren. Hier könnten z.B. Themen wie besondere Zuwendungen (Benefits), Spendenaktionen (Aktivitäten) der AN oder AG, CSR-Projekte des AG o. ä. veröffentlicht werden. Wir freuen uns sehr auf Ihre Unterstützung und Ihren Beitrag. Den Beitrag senden Sie bitte an info@hr-weblog.com.

Autor: Wolfgang Witt, Arbeiswelt der Zukunft

2 thoughts on “Altersarmut – wir machen mal nichts…

Sven

Nachwuch droht Gehalt auf Hartz-4-Niveau

Ende der Wohlstands-Ära: Die Jungen werden ärmer als ihre Eltern

http://www.stern.de/wirtschaft/geld/mckinsey-studie–die-jungen-werden-aermer-als-ihre-eltern-6971346.html

oder auch ganz lecker: Verarmung als Megatrend – siehe auch: https://www.berlinjournal.biz/verarmung-kinder-aermer-als-eltern/

Laut Politik müsse man sich „integrieren“ (nach Definition der Politik was das denn angeblich sei). Dazu braucht es in der heutigen Zeit üppige Geldmittel, die die meisten Leute, die angeblich „nicht integriert“ sind (auch sehr viele Deutsche), gar nicht aufbringen können.

Auf einen Zusammenhang stieß die britische Soziologin Marii Peskow in der European Social Survey (ESS): Demnach sei die Bereitschaft zur Wohltätigkeit in egalitären Gesellschaften deutlich schwächer ausgeprägt, als in solchen mit großen Einkommensunterschieden. Die Erklärung dafür liege im sozialen Statusgewinn, den Wohlhabende in ungleichen Gesellschaften erfahren würden, wenn sie Schwächere unterstützten. In egalitären Gesellschaften herrsche hingegen das Bewusstsein vor, dass dank des Sozialstaats für die Schwachen schon gesorgt sei.

Faulheit gilt in den westlichen Industrienationen als Todsünde. Wer nicht täglich flott und adrett zur Arbeit fährt, wer unbezahlte Überstunden verweigert, lieber nachdenkt als malocht oder es gar wagt, mitten in der Woche auch mal bis mittags nichtstuend herumzuliegen, läuft Gefahr, des Schmarotzertums und parasitären Lebens bezichtigt zu werden.

Nein, stopp: Nur die armen Arbeitslosen fallen in die Schublade »Ballastexistenz«. Millionenerben, Banker- und Industriellenkinder dürfen durchaus lebenslang arbeitslos und faul sein. Sie dürfen andere kommandieren, während sie sich den Bauch auf ihrer Jacht sonnen.

Früher glaubten viele Menschen an einen Gott. Wie viele heute noch glauben, da oben säße einer, der alles lenke, weiß ich nicht. Das ist auch egal. Gottes ersten Platz hat im modernen Industriezeitalter längst ein anderer eingenommen: Der »heilige Markt«. Der Finanzmarkt. Der Immobilienmarkt. Der Energiemarkt. Der Nahrungsmittelmarkt. Und der Arbeitsmarkt.

Der Arbeitsmarkt ist, wie der Name schon sagt, zum Vermarkten von Arbeitskraft da. Wer kein Geld und keinen oder nur sehr wenig Besitz hat, verkauft sie. Die Eigentümer der Konzerne konsumieren sie, um daran zu verdienen. Das geht ganz einfach: Sie schöpfen den Mehrwert ab. Sprich: Der Arbeiter bekommt nur einen Teil seiner Arbeit bezahlt. Den Rest verrichtet er für den Gewinn des Unternehmers.

Arbeit verkaufen, Arbeit konsumieren: So geschieht es seit Beginn der industriellen Revolution. Denn Sklaverei und Leibeigenschaft wurden ja, zumindest auf dem Papier, abgeschafft.

Solange Furcht vor Strafe, Hoffnung auf Lohn oder der Wunsch dem Über-Ich zu gefallen, menschliches Verhalten bestimmen, ist das wirkliche Gewissen noch gar nicht zur Wort gekommen. (VIKTOR FRANKL)

Die Todsünde der Intellektuellen ist nicht die Ausarbeitung von Ideen, wie fehlgeleitet sie auch sein mögen, sondern das Verlangen, diese Ideen anderen aufzuzwingen (Paul Johnson)

Der Teufel hat Gewalt, sich zu verkleiden, in lockende Gestalt… (Shakespeare)

Das Heimweh nach der Barbarei ist das letzte Wort einer jeden Zivilisation (Cioran)

Alle Menschen sind klug – die einen vorher, die anderen nachher (Voltaire)

Die Gefahr ist, dass die Demokratie zur Sicherung der Gerechtigkeit für diese selbst gehalten wird (Frankl)

Absolute Macht vergiftet Despoten, Monarchen und Demokraten gleichermaßen (John Adams)

Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer (Schopenhauer)

Unser Entscheiden reicht weiter als unser Erkennen (Kant)

Denn mancher hat, aus Furcht zu irren, sich verirrt (Lessing)

Die Augen gingen ihm über, so oft er trank daraus… (Goethe)

Immer noch haben die die Welt zur Hölle gemacht, die vorgeben, sie zum Paradies zu machen (Hölderlin)

So viele Gefühle für die Menschheit, dass keines mehr bleibt für den Menschen (H. Kasper)

„Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden“ (Helmut Schmidt)

Reply
Katrin

Es ist schon erschreckend zu sehen, wie sich das Thema Altersarmut hier bei uns entwickelt. In diesem Bereich muss sich dringend etwas tun.

Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.