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Fachkräftemangel – Wie Social Media Plattformen helfen können

10. November 2018 - Arbeitswelt der Zukunft
Fachkräftemangel – Wie Social Media Plattformen helfen können

Bundesfreiwillige aus Mexiko-Fachkräftemangel

Wie Social Media Plattformen helfen können

In welchem Bereich der Wirtschaft gibt es ihn nicht, den schon vielfach beschriebenen Fachkräftemangel. Seit Jahren wird in Studien und durch Interventionen seitens der deutschen Wirtschaft auf die immer dramatischere Entwicklung hingewiesen. Nicht nur im produzierenden Gewerbe, im Handwerk, in der Gastronomie, im Dienstleistungssektor, in der Alten-und Krankenpflege, der Bundeswehr, bei der Justiz und Polizei und im Bildungsbereich fehlt es dringend an Fachkräften. Die Ursachen für Fachkräftemangel sind vielfältig und schon lange bekannt. Medienwirksame Willensbekundungen seitens der Politik: z.B. „wir stellen 15.000 neue Polizisten, 12.000 neue Lehrer oder 8.000 Pflegekräfte ein“, tragen nicht wirklich zur Verbesserung der Lage bei, sondern inzwischen eher zur Erheiterung. Denn fast jeder Adressat dieser Meldungen weiß, dass all diese Kräfte (Menschen) erst gefunden und ausgebildet werden müssen. Bis zum Jahr 2030 fehlen in Deutschland allein im öffentlichen Sektor über 800.000 Fachkräfte (pwc-Studie).

Die Auswirkungen des Fachkräftemangels nehmen dramatisch zu und führen nicht „nur“ zu negativen wirtschaftlichen Konsequenzen mit all seinen Nachteilen für Unternehmen und den Wirtschaftsstandort Deutschland, sondern insbesondere zum Nachteil der Menschen und dem Zusammenhalt der Gesellschaft selbst. Seit Jahren ist im Bereich Bildung und Erziehung eine Entwicklung zu beobachten, die zunehmend dramatisch wird.

Durch die zunehmende gesellschaftliche Vernachlässigung in der Betreuung, Versorgung und Bildung von Kindern setzen wir unsere Zukunft aufs Spiel. Wöchentlich lesen wir in Zeitungen von völlig überlastenden und frustrierten Mitarbeitern auf Jugendämtern die das Kindeswohl sichern sollen, von viel zu wenig und demoralisierten Lehrern die im Rahmen der Inklusion noch mehr Wahnsinn zu bewältigen haben und von überarbeiteten und dem Burnout nahestehenden pädagogischen Fachkräften in Kinder- und Jugendhilfe Einrichtungen, weil diese mit zu vielen Kindern und Jugendlichen arbeiten müssen. Zu Zeitungsberichten kommen TV-Formate in denen die Arbeitsbedingungen der engagierten Menschen geschildert und der Zustand und Verfall der Einrichtungen eindrucksvoll visualisiert wird. Trotz dieser unverantwortlichen Zustände bleibt es meist bei Lippenbekenntnissen der Verantwortlichen.

Wie sollen die Lücken von pädagogischen Fachkräften geschlossen werden, wenn den Auszubildenden für z.B. der Erzieherausbildung noch nicht einmal eine Ausbildungsvergütung gewährt wird. Im Gegenteil, die vierjährige Ausbildung zur Erzieherin muss sogar noch selbst bezahlt werden. Schon längst müsste es flächendeckend eine duale Ausbildung mit Ausbildungsvergütung sein.

Neben den oft schlechten Arbeitsbedingungen kommen die Auswirkungen des  demografischen Faktors. In vielen Studien wurde schon vor Jahrzehnten beschrieben welch dramatische Auswirkungen es haben kann, wenn nicht entsprechend gehandelt wird. Leider haben es die regierenden politischen Akteure verpasst dieser Entwicklung mit einer Vision zu begegnen, die dem jetzigen Zustand Einhalt geboten hätte. Kleine kosmetische Korrekturen lösen das Problem längst nicht mehr.

Bis heute hat Deutschland kein Einwanderungsgesetz welches klare Regeln für den Zugang von qualifizierten Fachkräften oder Menschen die diese Fachkräfte werden wollen bietet.

In vielen sozialen Einrichtungen spüren die Träger die Auswirkungen des demografischen Faktors mit all seinen Folgen. Immer weniger junge Menschen stehen einer Vielzahl an sozialen Einrichtungen zur Verfügung. In den letzten Jahren konnte z.B. das Kinderheim Kleine Strolche aus einem größeren Bewerberpool für den Bundesfreiwilligendienst pro Jahr drei junge Menschen für die verschiedenen Leistungsbereiche der Einrichtung gewinnen. In diesem Jahr haben sich zum ersten Mal insgesamt nur vier junge Menschen beworben. Zwei Frauen aus Armenien, eine aus Deutschland und eine junge Frau aus Mexiko.

Nach einem Auswahlverfahren und einem telefonischen Vorstellungsgespräch, hat sich das Kinderheim Kleine Strolche für die junge Frau aus Mexiko entschieden. Die junge Frau aus Mexiko hat auf einer deutschen Schule ihr Abitur gemacht, spricht daher fließend Deutsch und möchte nach dem Bundesfreiwilligendienst in Deutschland Psychologie studieren. Die Hürden für ein Bundesfreiwilligenjahr für junge Menschen aus dem außereuropäischem Ausland sind hoch und bedürfen wesentlich mehr Vorarbeit. Zustande gekommen ist der Kontakt über die Social Media Plattform XING.

 

Autor: Bernhard Schubert

CEO Kinderheim Kleine Strolche

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