Integration geht! Von Homs nach München

23. Dezember 2016 - Arbeitswelt der Zukunft, Soziales Engagement
Integration geht! Von Homs nach München

Von Homs nach Dubai über Bochum nach München.

 

Deutschland diskutiert über den richtigen Umgang mit Flüchtlingen. Mittelfristig brauchen die vielen Flüchtlinge in Deutschland vor allem konkrete Perspektiven. Das beste Angebot, das wir als Gesellschaft den Flüchtlingen machen können, ist ein Arbeitsplatz. Denn damit geben wir den Menschen die Möglichkeit, ihr Leben hier in Deutschland wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Ein Blick auf die Gesetzeslage zeigt, dass dies für Asylbewerber in Deutschland bisher nicht so einfach war. Der Grund hierfür ist die sogenannte Vorrangprüfung. Seit August 2016 fällt in vielen Regionen befristet für drei Jahre die Prüfung bei der Jobvergabe weg, wonach eigentlich Bewerber mit deutschem oder EU-Pass bevorzugt werden müssen. Dadurch sollen die Chancen von Asylbewerbern auf eine Anstellung verbessert werden. Die verbleibenden Regionen mit Vorrangprüfung liegen in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern.

Die wichtigste Bedingung, um diese Chancen überhaupt nutzen zu können, ist der Erwerb der deutschen Sprache. Als Arbeitgeber ist auch Wempe heute mehr denn je Chancengeber. Aktuell arbeiten in unseren weltweiten Niederlassungen Menschen aus 45 Nationen jeden Tag miteinander. Von so viel Weltläufigkeit profitieren nicht nur die anderen Mitarbeiter, sondern auch unsere Kunden: Weil jedes Individuum einzigartig ist, jede Persönlichkeit und Prägung seinen eigenen Charakter hat und jede Begegnung vielfältig anspruchsvoll und inspirierend ist. Integration gelingt nur, wenn man sich gegenseitig mit Respekt und Verständnis begegnet.

Ein Beispiel bei Wempe ist gegenwärtig die Geschichte von Jamil Alkharma: Jamil kam im Mai 2015 mit 30 Jahren ohne Deutschkenntnisse über Dubai nach Deutschland. Um einer geregelten Arbeit nachgehen zu können, war er zuvor aus Homs/ Syrien in die Vereinigten Arabischen Emirate übergesiedelt. Das Visum in Dubai wurde nicht verlängert, so dass er in Deutschland einen Neuanfang wagte. Das erste Jahr verbrachte er in einer Bochumer Asylbewerberunterkunft und durfte nicht arbeiten. Währenddessen lernte er Deutsch und engagierte sich mit seinen guten Englischkenntnissen stark für die anderen Flüchtlinge in Form von Übersetzungsarbeiten oder unterstützte die Gemeinde bei Sportveranstaltungen, Festivitäten und Aktionen. Im Anschluss bekam er die Chance auf eine Arbeitserlaubnis, wenn er einen Arbeitgeber finden würde, der ihn einstellen und eine Arbeitserlaubnis für ihn beantragen würde.

Bei dieser Gelegenheit wurde eine ehrenamtliche Mitarbeiterin auf ihn aufmerksam, und ermutigte Jamil, sich mit seinen bisherigen Erfahrungen aus dem gehobenen Luxussegment als Mitarbeiter im Verkauf bei Wempe zu bewerben. Nach einem Telefoninterview und folgendem Vorstellungsgespräch sowie zwei „Schnuppertagen“ in einer Wempe-Niederlassung in München, war für beide Seiten kurzer Hand klar, dass es passte. Unser Personal-Team hat danach viel Zeit investiert, zahllose Formulare ausgefüllt und unzählbare Telefonate absolviert, damit Jamil nicht nur in München, sondern überhaupt ankommen kann. Zwischendurch trieb einen die Bürokratie zur Verzweiflung – mit dem Gefühl, gegen Windmühlen anzukämpfen.

Seit Oktober 2016 ist Jamil Alkharma nun Teil des Wempe-Teams in der Weinstraße und nutzt alle Möglichkeiten. Er verbessert mit großem Einsatz seine Sprachkenntnisse und widmet sich mit Leidenschaft den Themen Uhren und Juwelen. Aufgrund seines Talents und seiner zuvorkommenden Art, hat er sich bei vielen unserer Kunden bereits einen Namen gemacht. Nebenbei besucht er einen Integrationskurs.


Jamil hat es in den letzten Jahren weit gebracht und ist das Risiko eines Neustarts eingegangen. Er ist momentan in Deutschland weiterhin nur geduldet, doch er möchte seinen Weg bei Wempe unbedingt weitergehen. Und wir werden Jamil Alkharma nach Kräften dabei unterstützen. Genauso wie unsere vielen anderen Mitarbeiter mit ausländischen Wurzeln. Denn für Wempe ist Vielfalt eine Chance.

 

Autorin: Negar Nazemian

Personalreferentin, Employer Branding und Personalentwicklung

Wempe – Feine Uhren und Juwelen

 

 

 

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