Tote Profile in den sozialen Netzwerken

28. Oktober 2017 - Arbeitswelt der Zukunft
Tote Profile in den sozialen Netzwerken

Dabei sein ist alles. Mein Kollege ist dabei, meine Kollegin auch. Mein Nachbar erzählt davon, wie wichtig heutzutage ein eigener Blog ist und dass man in den Business-Netzwerken unbedingt dabei sein muss. Zumindest XING und LinkedIn sind im Business Pflicht. Die eigene Marke, insbesondere als Führungskraft, muss geschaffen und gepflegt werden – sagt man. Also mitmachen, Profil anlegen, schönes Foto auswählen und schon ist man dabei, geht doch.

Und jetzt schauen wir sie uns mal genauer an, die Profile in den sozialen Netzwerken. Da sind zum einen diejenigen, die es verstanden haben. Die ihr Profil und ihre Kontakte pflegen, Content einstellen, sich an den Gruppendiskussionen beteiligen und in der Königsklasse des Networkings mitspielen, wenn sie ihre Online- und Offline-Kontakte im richtigen Mischungsverhältnis „bespielen“. Das sind dann auch diejenigen, die eine Balance zwischen „nerven“ und „nicht relevant“ finden und ein geschicktes Wechselspiel von emotionalen (Unternehmens)-Content und persönlichem Fachwissen posten. Das sind die Netzwerker, die angenehm in Erinnerung sind, mit denen Netzwerken Spaß macht.

Dann gibt es da noch die Marktschreier, die Social Media in erster Linie als Marketing-Instrument sehen und das schnelle Geschäft suchen. Das sind diejenigen, die nicht verstanden haben, dass Penetration einfach nur nervt.

Aber es gibt auch jede Menge tote Profile. Z.B. viele Unternehmensberater mit 0 % Aktivität und weniger als 20 Kontakten. Die suchen dann „Interessante und spannende Business Kontakte“ oder „Austausch“ oder was auch immer. Und dann sind da noch die vielen Geschäftsführer, Inhaber und Vorstände, die auch dabei sein möchten.  Die viel Know-how bieten und irgendetwas suchen, aber ansonsten keine Aktivitäten entwickeln. Das sind diejenigen, die meine Ausführungen nicht dementieren, weil sie in den sozialen Netzwerken nicht aktiv sind. Aktivität hin oder her, dabei sein ist alles und ein starres Profil muss reichen!

Mir stellt sich da die Frage, ob es nicht besser wäre das Profil wieder zu löschen? Was hat solch ein Profil für eine Außenwirkung? Unternehmensführer repräsentieren das Unternehmen. Sie sind das Gesicht des Unternehmens. Sie engagieren sich in Netzwerken, Verbänden, beim Kunden und Lieferanten und sind Meinungsführer im Innen- und Außenverhältnis. Dieses medienwirksame Engagement machen viele Unternehmensführer im Offline-Leben auch sehr gut. Sie haben jedoch häufig keine Idee, kein Know-how, kein Gespür dafür, wie wichtig heutzutage eine gute Online-Präsenz ist. Sie leben, oft komfortabel, in der Offline-Welt und finden keinen Draht zu Online-Welt. Und sie wissen häufig nicht, dass man die Aufgaben für den Reputationsaufbau der Unternehmensführung delegieren kann. Die Personalabteilung z.B. ist prädestiniert dafür.

Die/der Personalleiter(in) kennt sowohl alle wichtigen Themen, Projekte und Background-Informationen im Unternehmen, als auch die Denk- und Handlungsweise der Unternehmensführung. Er kann in Zusammenarbeit mit den HR-Spezialisten Hintergrundinformationen, Randnotizen, Fachwissen, Meinungen und emotionalen Content liefern und die Reputation der Unternehmensführung steuern. Ihre/seine Aufgabe wäre es m. E. auch, die Unternehmensführung darauf hinzuweisen, welche Auswirkungen ein totes Profil hat. Es geht auch anders. Packen wir es an.

Autor: Wolfgang Witt, marketing im Mittelstand.group
www.marketingimmittelstand.group

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