Emotionaler Content – Facebook im Personalwesen?

11. Februar 2017 - Arbeitswelt der Zukunft
Emotionaler Content – Facebook im Personalwesen?

Firmenprofile in Facebook sind inzwischen im Business angekommen. Das soziale Netzwerk hat schon lange seine Ursprungszielgruppe verlassen und wird von vielen Unternehmen aktiv genutzt – trotz der Abtretung von Rechten und der von vielen Unternehmen ungeliebten AGB´s. Warum ist das so?

Nun, soziale Netzwerke haben ähnliche Funktionsweisen wie Schneeballsysteme. Nur ohne direkten monetären Einsatz der Nutzer. Es gibt andere Währungen z.B. die Weitergabe persönlicher Daten oder das vom Unterbewusstsein gesteuerte Klick-Verhalten der User. Der große Vorteil sozialer Netzwerke ist es, dass Inhalte (Content) sich wie ein Virus großflächig verbreiten. Bei einem Shitstorm kann das sicherlich auch ein Nachteil sein, aber aus Marketing-Sicht überwiegen die Vorteile.

Facebook dient hauptsächlich dazu, Content zu verbreiten. Wer also seine Zielgruppe in Facebook findet, kann diese Plattform als Content-Lieferant nutzen. Das gilt eben nicht nur für die großen Unternehmen dieser Welt, sondern insbesondere auch für Mittelstandsunternehmen. Da diese Unternehmen häufig keinen Social Media Manager beschäftigen, sind einige Dinge zu berücksichtigen:

In Facebook sollte auf der Firmenseite keine direkte Werbung verbreitet werden. Die Nutzer haben ein sehr feines Gespür für direkte oder auch versteckte Werbung. Werbliche Beiträge werden durch Missachtung abgestraft. Es geht vielmehr darum, Hintergrundinformationen, Randnotizen und Emotionen zu verbreiten. Welche Mitarbeiter wurden neu eingestellt? Welche Hobbys haben diese? Wie ausgeprägt ist das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) im Unternehmen etabliert? Was gibt es neues aus dem BGM zu berichten? Wie engagiert sich das Unternehmen im sozialen Bereich? Welche sozialen Projekte gibt es? Also Background-Informationen, die zumindest unmittelbar nichts mit dem direkten Business des Unternehmens zu tun haben. Bei Einhaltung üblicher Marketing- und Social Media Regeln sowie geschickter Formulierung solcher Hintergrundinformationen führt das z.B. dazu, dass die Zugriffszahlen der Beiträge, aber auch die der Homepage des Unternehmens deutlich steigen. Das ist die Währung! Erhöhte Zugriffszahlen, den Bekanntheitsgrad erhöhen.

Diesen Erfolg kann man mit etwas Geld auch steigern. Ähnlich wie in Google (AdWords) verfügt auch Facebook über ein Werbesystem. Beiträge werden nach Facebook-Regularien den Nutzern mehrfach angeboten. Sogar selektiven Nutzern, die nicht unmittelbar zu den Fans gehören, werden diese Beiträge präsentiert. Da man die Verbreitung nach diversen Kriterien, z.B. auch regional begrenzen kann, können Mittelständler somit für kleines Geld eine gute regionale Verbreitung in Facebook erreichen. Das ist anhand der Zugriffszahlen sogar messbar.

Und was hat das alles mit der Personalabteilung zu tun? Nun, wenn man keinen Social Media Manager im Hause beschäftigt hat, können diese Arbeiten u.a. nach außen gegeben werden. Es gibt es eine Vielzahl von Dienstleistern, die Unternehmensseiten in sozialen Netzwerken pflegen. Die andere Alternative ist die Durchführung in Eigenregie. Im Personalwesen laufen viele Informationen über das Unternehmen zusammen. Hier gibt es vielfältige und vielschichtige Hintergrundinformationen und emotionalen Content. Die Content-Pflege der Facebook Seite ist im Personalwesen ideal aufgehoben (wenn man denn will). Das Thema ist jedenfalls zu wichtig, um es unprofessionell anzugehen. Hier ist sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt – was darf nach außen und was nicht. Beides, Content und Verantwortungsbewusstsein, sind in der Regel in jeder Personalabteilung sehr gut ausgeprägt vorhanden.

Bei der Arbeitgebermarkenbildung (Employer Branding) ist in vielen Fällen auch das Personalwesen mit im Boot. Warum also nicht auch bei der Pflege der Facebook Seiten oder beim Reputation Management (Persoployer Branding)? Die administrativen Aufgaben im Personalwesen werden, insbesondere auch durch die digitale Transformation, deutlich weniger. Dafür steigt der Bedarf an strategischen Aufgaben.

Autor: Wolfgang Witt, Arbeitswelt der Zukunft

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